DER MALORT


übersiedelt ins Lernhaus WELTEN - Projektschule für ein gelingendes Leben

Der Malort ist ein fremdes Land 
- ein Traumland!

Das Malspiel und die Kunst des Dienens...


Im Malort entwickelt sich die Persönlichkeit, dehnt sich zu einer ungeahnten Dimension aus und wird befreit von allem, was ihr nicht eigen ist: von den Einflüssen, von den Anpassungen, die sie einschränken.
In diesen außergewöhnlichen Momenten erlebt die Person nur sich selbst.
(Arno Stern)

Beim Malen im Malort werden keine (Kunst-) Werke hergestellt. 

Das Malspiel geschieht um seiner selbst willen, als ein Ausfließenlassen im Augenblick, 
das keiner nachträglichen Bewertung oder Deutung bedarf. 
Unter diesen Bedingungen werden beim Malen nicht nur Erlebnisse, Gefühle und Empfindungen sichtbar. Über alles Beabsichtigte hinaus kommt auch zum Ausdruck, was in der organischen Erinnerung aufgespeichert wurde. Es kann nur auf diesem Weg geäußert und damit integriert werden.

Das Malen im Malort ist wie Träumen....
wer zu dieser Äußerung kommt, sich von allen Vorbildern und Vorstellungen befreit, hemmungslos die natürliche Spur entstehen lässt, kehrt zu seinem wahren Wesen zurück!

So entfaltet sich ein heilsamer Prozess, 
der Wohlbefinden erzeugt und die Persönlichkeit stärkt.



Entfaltung im Malspiel


 Das Malen im Malort erdet, es fördert die Konzentration, führt zu Ruhe und Entspannung.
Es ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen erfüllend.

Geborgenheit und Zuwendung erfahren die Malenden innerhalb der schützenden Wände des Malorts. 

Das Zentrum des Malorts ist der Palettentisch mit seinen 18 Farben und jeweils 3 Pinseln. Ich arbeite mit Original Arno Stern-Pinseln und Arno Stern-Farben, die frei von Giftstoffen sind und sich am besten für das Malen auf senkrechten Flächen eignen.

Der Palettentisch steht in der Mitte des Raumes und ist für alle zugänglich. Hier holen sich die Malenden Pinsel und Farbe. Kinder und Erwachsene malen im Stehen auf weißem Papier, das mittels Reisnägel an die Wand geheftet wird.

Im Malort arbeitet jeder für sich – groß und klein, alt und jung nebeneinander.
Er ist ein Ort der Geborgenheit, frei von Druck und Erwartungen.

Es gibt im Malort keine Themenvorgaben, keine Anleitung und keine Deutung der entstandenen Bilder. Wir sprechen auch nicht über die Bilder. Es geht allein um das Entstehenlassen der persönlichen Spur. Um jeglicher Bewertung zu entgehen, verbleiben alle Bilder im Malort.

Alles im Malort geschieht mit Ruhe und Achtsamkeit.

Als Malspiel-Dienende begleite ich dich mit respektvoller Zurückhaltung und verzichte auf jegliche Art der Belehrung und Bewertung.

Wenige, klare Spielregeln ermöglichen die gemeinsame Tätigkeit in entspannter Atmosphäre. Jeder folgt seinen eigenen Impulsen innerhalb dieses Rahmens - ohne jegliche Vorgaben. Somit wird ein freies Fließen deiner Spur ermöglicht, die sich räumlich und zeitlich unbegrenzt ausbreiten kann.
Der Malende kommt im Ausdruck zu sich selbst zurück und wird sich seiner Eigenständigkeit bewusst. 
Wer bei sich ist, schätzt die Eigenart der anderen und begegnet ihr mit Respekt.
Für diese Art der Äußerung gibt es keine begabten und unbegabten Menschen und keine Altersgrenze. Kleine Kinder sind noch unbelastet, sie erleben das Malen als spontanes, ursprüngliches Spiel. Für Schulkinder und Erwachsene ist es anfangs ungewohnt, ohne Belehrung, ohne Themenvorgabe und ohne Bewertung – ganz aus sich heraus – Bilder entstehen zu lassen. Nach und nach lösen sie sich im Malspiel von eigenen und fremden Erwartungshaltungen und finden zum spontanen Ausdruck zurück.

Über die Formulation

Die Lust zu malen ruht in jedem Menschen. 
Die übliche Erziehung, vor allem in der Schule, versucht, dieses natürliche Bedürfnis zur Kunst hinzuleiten. Wird dies jedoch vermieden, so kann sich daraus eine vollkommen andere Äußerung entwickeln: Arno Stern spricht von der Spur. 
Anders als ein Kunstwerk ist die Spur für keinen Empfänger bestimmt. Sie entsteht aus dem ureigenen Bedürfnis des Menschen, sich auszudrücken. Kann sich die Spur von äußeren Faktoren unbeeinflusst entfalten, wird sich der Mensch des vollen Potenzials seiner Fähigkeiten und seiner Unabhängigkeit vom Urteil anderer bewusst.
Arno Stern hat vor mehr als 60 Jahren begonnen, Kinder unbeeinflusst malen zu lassen. 
Er hat dazu einen speziellen Raum geschaffen: den Malort.
 
Im Zuge seiner Arbeit mit Kindern entdeckte er, dass alle Kinder– egal aus welchem Lebensraum sie kommen – die gleichen Dinge malen und dass sich in ihrer Entwicklung der gleiche Ablauf von Formen zeigt. Auf zahlreichen Forschungsreisen zu Menschen, deren Kinder noch nicht verschult waren – Nomaden, Kulturen im Busch, im Urwald und im Hochgebirge, auf verschiedenen Erdteilen – wurde diese Beobachtung bestätigt. Arno Stern nennt diesen Formenschatz, der in uns allen ruht, die „Formulation".
 
Die Formulation ist ein Universalgefüge. Sie hat bei allen Kindern den gleichen Ausgangspunkt und ist in jedem Menschen vorhanden. Sie hat ihren Ursprung in der organischen Erinnerung und ist ein Universal-Code, der unabhängig von kulturellen Unterschieden besteht.
 
Auch der Erwachsene, der meint, er könne nicht malen, trägt dieses Universalgefüge in sich und kann die Erinnerung daran beleben, indem er sich dem Malspiel hingibt. Das Ergebnis ist eine tiefe Zufriedenheit und innere Ausgeglichenheit.
 
Arno Stern ist der Überzeugung, dass das Erleben der Formulation das Kind vor späteren Abhängigkeiten bewahrt, weil es sich durch das Malspiel in der Gruppe seiner Einmaligkeit bewusst wird und Vergleichen und Bewerten aus seiner Lebenseinstellung verschwinden.
 
Damit die Formulation erlebbar und sichtbar werden kann, ist es wichtig, dass der/die Malende sich regelmäßig und über einen längeren Zeitraum auf das Malspiel einlässt. 
 

Literatur zum Thema

  • Arno Stern: „Der Malort“; 1998 Daimon Verlag, Einsiedeln 
  • Arno Stern: „Das Malspiel und die natürliche Spur“; 2005 Drachen Verlag, Klein Jasedow
  • Arno Stern: „Die Expression: Der Mensch zwischen Kommunikation und Ausdruck“; 2.Auflage 2008 Verlag Dietmar Klotz GmbH, Eschborn
  • Arno Stern: „Wie man Kinderbilder nicht betrachten soll“; 2012 ZS Verlag Zabert Sandmann GmbH 
  • Arno Stern: „Die Spur. Gewesenes Kindsein.“; 2014 Klotz Verlag
  • Arno Stern: „Das Malspiel und die Kunst des Dienens. Die Wiederbelebung des Spontanen.“; 2015 Drachen-Verlag


Links zum Thema

Zum Kennenlernen, Anschauen und Lauschen!

https://www.youtube.com/watch?v=ZaYTDQi5dEI

https://www.youtube.com/watch?v=ihc9UPFBYt4

https://radioklassik.at/das-malspiel/